Die Autorin

Willkommen!

Vielen Dank, dass Sie den Weg auf meine Seite gefunden haben. Wenn Sie sich für die deutsche Filmgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts interessieren, haben wir etwas gemeinsam. Vielleicht gefällt Ihnen dann auch mein Buch. Die Biografie über Willy Fritsch portraitiert nicht nur einen der einst populärsten Filmstars der 1920er bis 1960er Jahre, sondern liefert auch einen profunden Einblick in das Filmgeschäft im Kontext der Zeit. Wie wurden Stars aufgebaut, Filme gedreht und vermarktet? Wie verlief der Starrummel, wie lebte man, welchen Einfluss nahm die Politik?

Es gibt keine lebenden Zeitzeugen mehr, die über die Filmarbeit insbesondere in den 1920er und 1930er Jahren berichten können, als Willy Fritsch auf dem Höhepunkt seiner Karriere stand. Deshalb habe ich mehr als acht Jahre lang recherchiert, mich durch europäische Archive gewühlt, jedes verfügbare Film-Magazin oder Programmheft aus dieser Zeit gelesen. Ich habe nahezu alle in den letzten Jahrzehnten erschienenen Memoiren anderer Berühmtheiten, die Willy Fritsch kannten oder mit ihm gearbeitet hatten, studiert, wissenschaftliche Publikationen durchgearbeitet und jahrgangsweise Zeitungen und Zeitschriften aus fünf Dekaden ausgewertet sowie kartonweise Fotos und Memorabilien gesammelt. Von seinen knapp 130 gedrehten Spielfilmen habe ich fast 100 gesehen, sofern sie nicht verschollen sind.

Willy Fritsch war eine öffentliche Person. Sein Leben wurde verfolgt und dokumentiert wie heutzutage das eines George Clooney – mit dem Unterschied, dass er als festangestellter Schauspieler des Ufa-Konzerns verpflichtet war, für den Preis des Ruhms Kompromisse einzugehen. Der Ufa-Reporter saß mit am Frühstückstisch oder begleitete ihn in den Urlaub und berichtete darüber. So war das damals. Deshalb füllen meine innerhalb der Recherche entstandenen Notizen mehrere Aktenordner.

Um erworbenes Wissen festzuhalten und zu überliefern, gibt es Bücher. Ich werde oft gefragt, ob ich ein „Fan“ von Willy Fritsch sei oder gewesen sei. War ich nicht, weil ich ihn vorher nicht kannte und bin ich nicht, weil ich ihn durch die Recherche gewissermaßen kennengelernt habe. Ich finde, er war ein gutaussehender und, wie ich jetzt weiß, sehr humorvoller und überall beliebter Mensch sowie ein guter, aber unterschätzter Komödienspieler, unter starken Regisseuren wie Fritz Lang auch mehr als das. Aber der Grund für meine anfänglichen Hobbyrecherchen war eher die Neugier, warum er aufgrund eben jener Eigenschaften damals Millionen von „Fans“ hatte, deren Enkeln und Ur-Enkeln er heute aber fast unbekannt ist; mit einem daraus resultierenden Missionsbedürfnis, die einstige Bedeutung des Schauspielers der heutigen filminteressierten Generation wieder sichtbar zu machen. Der Rest ist der Epoche geschuldet, in der er gelebt und gewirkt hat: Kaiserzeit, Weimarer Republik, Das Dritte Reich, Wiederaufbau und Wirtschaftswunder, Bundesrepublik. Wechselhafte Zeiten, in denen Willy Fritsch konstant im Scheinwerferlicht stand.

Vielleicht sind Sie ja auch ein bißchen neugierig geworden?

Über mich

Ich wurde in Berlin geboren und bin im ehemaligen Westteil der Stadt aufgewachsen. Nach dem Abitur und einer Hotelfachausbildung studierte ich Geschichte, Englisch und Politologie (Lehramt) an der Freien Universität Berlin, bevor ich in den PR- & Promotionbereich der Musikbranche wechselte, wo ich seit mehr als 20 Jahren tätig bin.

Mit der vorliegenden Biografie über den Schauspieler Willy Fritsch trete ich erstmals auch als Autorin in Erscheinung. Der Buchveröffentlichung zugrunde lag dabei zunächst privates Interesse für die Kultur und Gesellschaft des 20. Jahrhunderts, das mich über die Materie zur Recherche und schließlich auch zur Schriftstellerei geführt hat.

 

Heike Goldbach, 2018